Servicepauschale, ein Produkt der Vorrats­daten­speicherung? #vds

16. August 2011

Servicepauschale, ein Produkt der Vorratsdatenspeicherung? #vds.

Christlicher vs. Islamistischer Terror

25. Juli 2011

Wenn man die Reaktionen aus Politik und Medien auf den Terroranschlag in Norwegen mit den Reaktionen auf islamistische Terroranschläge vergleicht, ist folgender Unterschied bemerkenswert:

Während man bei islamistischen Terroristen sofort beginnt die ideologischen Hintergründe zu analysieren und die Täterschaft auf ein Netzwerk auszudehnen, wurde im Fall Norwegen sehr schnell erklärt, dass es sich bei Anders Breivik um einem irren Einzeltäter handelt. Man könnte jetzt resigniert sagen, „das ist halt die übliche politische Doppelmoral“, wenn das nicht auch Konsequenzen auf Kriminalbehörden und Verfassungsschützer hätte.

Angenommen ein islamistischer Terrorist hätte ein Manifest hinterlassen, indem er von der Mitgliedschaft in einer islamischen Sekte und einem arabischen Kulturverein berichtet. Würden die Behörden diese Vereine unter die Lupe nehmen, wenn dieser Terrorist Amok läuft und über 70 Kinder und Jugendliche erschießt? Aber sicher doch. Und das wäre auch gut so, weil man ja nicht ausschließen kann, dass der Täter dort ideologisch oder vielleicht sogar tatkräftig unterstützt wurde.

Zurück nach Norwegen: Auf dem Titelblatt des Manifestes von Breivik genannt „2083 A European Declaration of Independence“ befindet sich ein rotes Kreuz – genauer ein Kreuz des Templerordens. Außerdem berichtet Breivik in seinem Manifest, dass er Freimaurer hohen Grades ist.

Man könnte jetzt natürlich sagen: Ach die Templer, die gibt es ja schon lange nicht mehr, und die Freimaurer sind ganz harmlos. Aber ist es vernünftig und angemessen angesichts so einer Tragödie solche Indizien eines möglichen Terrornetzwerks so einfach beiseite zu wischen? Woher wissen wir, dass es die Templer nicht mehr gibt, und dass diese nicht neu gegründet wurden? Und wer sagt uns, dass dieser Anschlag nicht mit anderen Freimaurern vorbereitet wurde? Die islamische Sekte und den arabischen Kulturverein eines islamistischen Terroristen würden wir jedenfalls hundertprozentig verdächtigen an dem Terror beteiligt gewesen zu sein.

Auch Gehen mit Plakat wurde mir verboten

11. April 2011

Heute habe ich mich in Geh-Meditation geübt. Im Unterschied zur Sitzmeditation konzentriert man sich dabei nicht auf den Atem sondern auf das Gehen. Diesmal komme ich von der Lichtensteinstrasse hinauf und als ich bei den runden Pfosten ankomme, die als Autoabsperrung dienen, bleibe ich kurz stehen, halte mein A3 Plakat vor die Brust und setze einen Fuß vor den anderen, und zwar ganz langsam damit ich meine Füße genau spüre.

Nach etwa vier Minuten kommt Polizist 1 auf mich zu: „Grüß Gott!“

Ich: „Grüß‘ Sie!“

Er: „Bitte nicht hier.“

Ich: „Was?“

Er: „Was demonstrieren Sie da?“

Ich: „Ich gehe.“

Er: „Ja, gehen Sie.“

Ich setze meine Geh-Meditation fort und gehe im gleichen langsamen Tempo weiter. Nach etwa 10 Minuten, ich war gerade auf der Höhe des Sicherheitscontainers angekommen, spricht mich der Polizist nochmal an: „Sind Sie der Herr XXX?“

Ich antworte mit „Ja“ und bin ein wenig stolz darauf, dass man hier bereits meinen Namen kennt.

Er: „Also bitte ja Sie dürfen hier vorbei gehen, aber bitte nicht vor der Botschaft demonstrieren. Dort oben ist noch eine andere Demonstration, dort können Sie sich gerne anschließen.“

Ich: „Ich weiß. Aber das ist eine ganz andere Demonstration.“

Es war natürlich ein „großer Fehler“ das zu sagen, weil ich damit auch indirekt gesagt habe, dass ich „demonstriere“. Jetzt kommt Polizist 2 aus dem Glascontainer (ich glaub es ist Polizist 1 von gestern), der mich darauf festnageln will: „Also demonstrieren Sie doch.“

Ich: „Wenn ich kein Schild trage, dann demonstriere ich auch: Nämlich, dass ich mit Folter einverstanden bin.“

Polizist 2: „Also demonstrieren S‘ doch.“

Ich: „Nennen Sie’s wie Sie wollen. Ich gehe.“

Polizist 2: „Wenn Sie demonstrieren, dann müssen Sie die Versammlung anmelden.“

Ich: „Es ist keine Versammlung. Ich gehe hier ganz alleine.“

Polizist 1 seufzt laut und sagt: „Man hat’s nicht leicht.“

Ich: „Das ist richtig. Ich auch nicht.“

Ich setze meinen Weg fort und brauche für den Rest der Strecke noch weitere 15 Minuten. Der Fahrer eines weißes Diplomatenautos, das in den Sicherheitsbereich fährt, scheint an meinem Plakat sehr interessiert zu sein. Als ich bei den Pfosten auf der Seite der Strudelhofgasse angekommen bin, bleibe ich stehen und drehe mich langsam um. Polizist 1 und 2 blockieren den Weg und hindern mich daran zurück zu gehen.

Polizist 1: „Bitte nicht mehr zurückgehen, sonst muss ich Sie anzeigen wegen Störung der Ordnung an einem öffentlichen Ort.“

Ich: „Inwiefern verstoße ich gegen die Straßenverkehrsordnung?“

Polizist 1: „Nicht Straßenverkehrsordnung. Störung der Ordnung an einem öffentlichen Orte.“

Ich: „Wegen des Haltens eines Plakates?“

Polizist 1: „Die Herrschaften von der amerikanischen Botschaft fühlen sich gestört durch Sie.“

Polizist 2: „Der Radfahrer, der vorbei gefahren ist, hat sie ganz verängstigt angeschaut, weil er nicht weiß, wer Sie sind.“

Ich: „Finden Sie, dass das berechtigt ist, dass sie sich gestört fühlen?“

Polizist 1: „Sie fühlen sich gestört.“ Er zeigt auf den hohen Zaun und sagt: „Auch wenn die Personen da drinnen sind, fühlen sie sich gestört.“

Ich: „Aber das ist doch nicht berechtigt.“

Polizist 1: „Doch, weil Sie demonstrieren.“

Ich: „Ich hab‘ doch ein Recht als Staatsbürger meine Meinung öffentlich kund zu tun.“

Polizist 1: „Ja, natürlich.“

Polizist 2: „Aber nach dem Versammlungsgesetz von 1953 müssen Sie eine Kundgebung anmelden.“

Ich: „Aber ich versammle mich nicht, denn ich bin ganz alleine.“

Polizist 1: „Sie müssen eine Kundgebung anmelden.“

Ich: „Ich kann nur eine Versammlung anmelden, aber ich versammle mich hier nicht. Ich befinde mich auf öffentlichem Grund und darf hier ein Schild halten.“

Polizist 1: „Ich habe Ihnen schon gesagt jetzt: Ich zeige Sie an wegen Störung der öffentlichen Ordnung, wenn Sie hier weitergehen. Und wenn Sie mir nicht Folge leisten, muss ich Sie leider festnehmen, wegen Störung der Ordnung.“

Polizist 2: „Sie haben ihre Demonstration kundgetan, Sie haben ihren Erfolg gehabt …“

Ich: „Ich darf auch wieder runter gehen.“

Polizist 2: „Ja, Sie dürfen eh gehen.“

Ich: „Ich darf dabei auch dieses Plakat halten. Wer es nicht sehen will, der soll halt nicht hinschauen. Ich störe genau niemanden.“

Polizist 2: „Das glauben Sie. – Lesen Sie nach im Sicherheitspolizeigesetz § 81. Wenn sich wer in der Botschaft gestört fühlt, müssen wir einschreiten.“

Zuhause habe ich dann nachgeschaut, was im Gesetz steht:

„Wer durch besonders rücksichtsloses Verhalten die öffentliche Ordnung ungerechtfertigt stört, begeht eine Verwaltungsübertretung und ist mit Geldstrafe bis zu 218 Euro zu bestrafen.“

„Besonders rücksichtsloses Verhalten?“ Give me a break! Ich bin ohne ein Wort zu sagen an der Mauer entlang spaziert. Und wie viel Rücksicht zeigen denn die US Behörden gegenüber Bradley Manning?

Haftbedingungen von Bradley Manning
„Grausame und ungewöhnliche Bestrafung“

Weil ich die Dienstnummer des ranghöheren Polizisten (1) erhalten habe und mein Recht auf freie Meinungsäußerung in ungerechtfertigter Weise verletzt sehe, habe ich folgenden Beschwerdebrief an bpd-w-informationsdienst@polizei.gv.at geschickt:

Betreff: Freie Meinungsäußerung in der Fußgängerzone

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich auf diesem Wege über den Polizisten mit der Dienstnummer XXXXX beschweren, der mir heute die Ausübung des Menschenrechts auf freie Meinungsäußerung verwehrt hat.

Österreich ist eine freies Land, weshalb ich das Recht habe auf Fußgängerzonen oder Gehwegen (ohne auch nur ein Wort zu sagen) ein A3 Plakat vor mir her zu tragen, solange ich dabei niemanden behindere oder belästige.

Der Polizist mit der Dienstnummer XXXXX hat mir dieses Recht verwehrt und wollte mich heute nicht durch die Bolzmanngasse von der Strudelhofstiege zur Lichtensteinstrasse gehen lassen.

Ich verstehe zwar, dass es der US Botschaft unangenehm ist, wenn jemand öffentlich die Folter des Gefangenen Bradley Manning anklagt und dessen Freilassung fordert, aber außerhalb des Sicherheitszaunes gilt österreichisches Recht, und dieses erlaubt mir (auch vor der Botschaft) ein A3 Plakat zu tragen.

Ich bin äußerst kooperativ, wenn es um die Sicherheit der Botschaft geht und bin auch gerne bereit durch den Ganzkörperscanner zu gehen oder mich durchsuchen zu lassen, aber ich bin nicht bereit auf mein Recht als Staatsbürger zu verzichten, meine Meinung öffentlich kundtun zu dürfen.

Ich bitte sie dringlichst das Polizeipersonal vor der US Botschaft nachzuschulen und darüber aufzuklären, dass sie auch verpflichtet sind die Rechte der österreichischen Staatsbürger zu verteidigen.

Mit freundlichen Grüßen

Raphael XXX

Heute war es verboten

10. April 2011

Heute habe ich das Experiment von gestern fortgesetzt. Diesmal wurde mir verboten vor der Botschaft zu sitzen. Hier ist mein Gedächtnisprotokoll von Anfang an:

Diesmal gehe ich gleich an den Platz von gestern. Direkt gegenüber vom Hauptportal der Botschaft, breite ich meine Decke aus, lege das Sitzkissen auf die Decke und stelle mein Plakat neben mich. Nach 1-2 Minuten kommt Polizist 1 aus dem verglasten Sicherheitscontainer und fragt mich: „Was veranstalten Sie da?“

Ich: „Ich sitze hier.“

Er: „Sie dürfen hier nicht sitzen.“

Ich: „Gestern war es noch erlaubt. Ihr Kollege hat mir gestern versichert, dass Österreich ein freies Land ist in dem man öffentlich seine Meinung kundtun darf.“

Er: „Dürft‘ ich einen Ausweis sehen?“

Ich gebe ihm meinen Führerschein, er verschwindet damit für 5 Minuten in die Glaskabine, während ich versuche draußen neben meinem Plakat zu meditieren. Als Polizist 1 mit meinem Führerschein aus dem Container kommt, tauchen zwei weitere Polizisten auf. Jetzt versuchen alle drei mich davon zu überzeugen, dass es verboten ist in diesem Fußgängerbereich zu sitzen. An den genauen Dialog kann ich mich nicht mehr erinnern. Mein Argument, dass ich niemandem im Weg bin, fällt jedenfalls auf taube Ohren. „Das ist hier ein Sicherheitsbereich der Botschaft.“

Ich: „Ja, aber gestern bin ich an genau der gleichen Stelle 10 Minuten gesessen.“

Polizist 2: „Sie dürfen auf einem Gehweg nicht unbegründet stehen bleiben.“

Ich deute auf das Plakat und sage: „Sie sehen doch, dass ich einen guten Grund habe hier zu sitzen.“

Polizist 2: „Mit diesem Plakat ist das eine politische Veranstaltung, die Sie anmelden müssen.“

Ich: „Aber ich bin doch alleine hier, dafür brauch‘ ich doch keine Veranstaltung anzukündigen.“

Polizist 3: „Dann nehmen S‘ halt noch ihre Freunde mit. Wenn Sie die Veranstaltung anmelden, dann werden wir auch entscheiden, wo diese stattfindet. Hier dürfen Sie das auf gar keinen Fall. Außerdem ist heute und morgen bereits eine Veranstaltung hier angemeldet. Sie können ja dort mitmachen.“

Ich: „Sehr interessant. Ich weiß von keiner Veranstaltung. Wer hat denn die Veranstaltung angemeldet, und worum geht es dabei?“

Polizist 3: „Eh auch irgendwas mit Menschenrechten. Die beginnt jetzt um 13 Uhr.“

Ich: „Wo denn?“

Polizist 3 deutet Richtung Währingerstraße: „Dort oben.“

Neugierig geworden stehe ich auf und packe meine Tasche und gehe mit Polizist 2 und 3 hinauf zur Strudelhofgasse. Von einer Demonstration ist weit und breit nichts zu sehen. Ich deute auf die noch zusammen geketteten Demonstrationsgitter und sage zu Polizist 2: „Mit vielen Demonstranten habt ihr aber nicht gerechnet. Ihr habt ja nicht einmal die Absperrung aufgebaut. Wer hat die Veranstaltung denn angemeldet und worum geht es genau?“ Polizist 2 hat darauf keine Antwort und Polizist 3 ist bereits Richtung Arne-Carlsson-Park weggegangen.

Eine Weile versuche ich noch Polizist 2 davon zu überzeugen, dass es doch erlaubt sein muss auf einem Gehweg zu sitzen solange man niemanden am Gehen hindert, doch ich merke schnell, dass ich da nicht weiter komme. Also sag‘ ich zu ihm, „Ich schau‘ mal ob die Kirche offen ist.“ und gehe zurück Richtung Botschaft. Die Kirche ist versperrt also setze ich mich auf die Kirchentreppe. Polizist 2 kommt zurück und sagt: „Sie dürfen hier nicht sitzen.“

Ich: „Moment! Diese Treppe gehört der Kirche. Nur die Kirche darf mich von hier verjagen.“

Polizist 2: „Nein, die Treppe ragt in den Gehsteig und ist somit öffentliches Eigentum.“

Ich rücke von den unteren Stufen auf die oberste und sitze damit quasi auf der Schwelle der Kirchentüre.

Polizist 2: „Ich sag‘ Ihnen, dass Sie hier nicht sitzen dürfen. Wenn Sie meinen Anweisungen nicht folgen, darf ich Sie verhaften.“

Ich: „Wollen Sie mich wirklich verhaften, weil ich vor einer verschlossenen Kirchentüre sitze?“

Polizist 2: „Ich will Sie nicht verhaften, aber ich kann Sie verhaften, wenn Sie hier nicht weggehen.“

Ich bleibe sitzen. Eine Minute lang schweigen wir uns an, dann stehe ich auf, bedanke mich bei ihm („Danke, dass Sie mich hier eine Minute haben sitzen lassen.“) und gehe zurück zur Strudelhofgasse Richtung Währingerstraße.

Dort begegne ich Polizist 3 mit dem ich mich dann noch länger unterhalte. Er erzählt mir, dass die Demonstration von einem Perser angemeldet wurde und es dabei um Menschenrechtsverletzungen im Iran gehe. Außerdem erklärt er mir noch, dass der private Sicherheitsdienst der Botschaft Druck ausübe, dass rund um die Botschaft – im Sicherheitsbereich – keine politischen Kundgebungen stattfinden dürfen. Ich erinnere ihn daran, dass die Polizei aber über dem Sicherheitsdienst steht und das letzte Wort haben sollte. Außerdem sei es seine Aufgabe sowohl für die Sicherheit der Botschaft zu sorgen, als auch das Recht jedes Bürgers zu schützen seine Meinung öffentlich kundtun zu dürfen.

Wir verstehen uns eigentlich sehr gut, und beim Thema „Fotografieren“ argumentieren wir sogar die gegensätzlichen Standpunkte: Er meint nämlich, dass man eigentlich sogar vor der Botschaft fotografieren darf, weil es ein öffentlicher Ort ist, während ich die Position der Botschaft verteidige, die sich davor fürchtet, dass jemand Fotos machen könnte um einen Anschlag zu planen.

Bevor wir uns verabschieden verspricht er mir noch, dass er mit dem Polizisten von gestern sprechen wird, der mir meine Sitzung vor der Botschaft erlaubt hatte.

Vor der US Botschaft sitzen ist erlaubt

9. April 2011

Ich komme gerade zurück von der US Botschaft vor der ich zirka 10 Minuten neben diesem A3 Plakat gesessen bin.

Mein Poster sieht ein wenig anders aus, hat aber die gleiche Botschaft.

Foto durfte ich keines machen, weshalb keines der Bilder, die hier zu sehen sind, von mir ist. Hier ist ein kurzes Protokoll dieses Experiments von Anfang an:

Weil ich nicht sehr weit zu gehen hatte, und das Wetter schön war, hab ich mich entschlossen zu Fuß zur Botschaft in die Bolzmanngasse zu gehen. Mitgenommen hab ich eine Tasche mit folgendem Inhalt: Eine Decke und ein Kissen um darauf zu sitzen, das „Free Bradley Manning“ Plakat und meine Kamera inklusive Mini-Stativ.

Dort angekommen hab ich gleich einen jungen Polizisten und einen älteren privaten Sicherheitswächter angesprochen. Das Gespräch verlief ungefähr so:

Ich: „Grüß‘ Sie, darf ich Sie um etwas bitten? Ich möchte hier 10 Minuten für den Frieden meditieren, dürft‘ ich Sie bitten mich dabei nicht zu unterbrechen?“

Sicherheitswächter: „Nein.“

Ich: „Warum denn nicht? Ich tue doch niemandem was.“

Sicherheitswächter: „Das hier ist Botschaftsgelände. Sie dürfen hier nicht meditieren.“

Ich zeige auf eine Stelle neben der Botschaft und sage: „Aber hier ist doch die Botschaft schon zu Ende, hier darf ich doch sitzen.“

Polizist deutet die Gasse ein paar Häuserblöcke hinunter und sagt: „Sie können sich da hinten auf ein Bankerl setzen. Dort dürfen S‘ dann meditieren.“

Ich: „Ich möchte aber in der Nähe der Botschaft meditieren.“

Sicherheitswächter: „Ich sag‘ Ihnen aber, dass Sie das nicht dürfen. Wollen S‘, dass ich vor Ihnen auf die Knie falle?“

Ich zeige auf das Gebäude schräg gegenüber und frage: „Ist das eine Kirche?“

Sicherheitswächter: „Nein.“

Ich zeige auf das Schild an der Fassade und sage: „Da steht aber, dass das eine Kirche ist. Vor der Kirche werde ich doch meditieren dürfen.“

Sicherheitswächter: „Sie können in der Kirche meditieren.“

Ich: „Warum soll ich nicht davor sitzen dürfen? Ich tue Ihnen doch nichts.“

Polizist: „Auf dem Gehweg dürfen Sie aber nicht sitzen, der ist zum Gehen da.“

Ich: „Aber ich brauch doch nicht einmal die Hälfte des Gehwegs und es ist sonst niemand hier, den ich behindern könnte.“

Polizist: „Nein, das ist ein Gehweg, der ist zum Gehen da, deshalb heißt er auch so.“

An diesem Punkt war mir klar, dass das Gespräch zu nichts mehr führen wird, und bin genervt weiter gegangen ohne mich zu verabschieden. Die Bolzmanngasse hat vor der Botschaft einen hohen Zaun und es bleibt für Fußgänger ein etwa 2 Meter breiter Weg, der es erlaubt zwischen Botschaftszaun und Mauer an der Botschaft vorbei zu gehen.

Foto von der Facebook-Seite der Botschaft

Etwa in der Mitte vor der Botschaft befindet sich ein kleines Glashaus für das Sicherheitspersonal vor dem noch weitere Wachleute aufgepasst haben. Dort habe ich mich dann einfach an die Mauer gesetzt. Das heißt, ich breite meine Decke aus, lege mein Sitzkissen auf die Decke und setze mich drauf. Dann lehne ich das Poster, welches ich auf Karton geklebt hatte, neben mich an die Mauer und beginne das Stativ auf meine Kamera zu schrauben.

Jetzt erst spricht mich einer der Sicherheitsleute hinter dem Zaun an und fragt: „Was machen Sie da?“

Ich: „Ich meditiere für den Frieden.“

Er: „Sie dürfen hier nicht fotografieren.“

Ich: „O.k. ich mache kein Foto, wenn Sie mich dafür 10 Minuten hier in Ruhe sitzen lassen. Ich werde niemanden stören.“

Er: „Erpressen lass ich mich nicht.“

Ich: „Ich will sie nicht erpressen. Ich wollte Ihnen nur einen Deal anbieten.“

Er: „Na gut, O.k.“

Ich lege also meine Kamera beiseite und versuche zu meditieren. Nach all den Schwierigkeiten, war ich natürlich viel zu aufgewühlt um mich wirklich konzentrieren zu können. Es war allerdings sehr interessant die Stimmung aufzufangen und einige Minuten zu beobachten.

Nach ein paar Minuten hat dann einer der Männer – ich glaube es war der erste Sicherheitswächter – meine Meditation unterbrochen und mich durch den Zaun gefragt: „Alles in Ordnung? Geht’s ihnen gut?“ Ich sage „Ja ja“ und nicke. Er: „Passt alles? Wetter ist auch ok. Schön warm ist es…“ Zuerst rätselte ich, warum er mir das sagen könnte, doch dann versuchte ich seine Bemerkungen wie eine Meditationsanleitung zu verstehen und freute mich darüber. Ja, er hat recht: Das Wetter ist schön. Ich fühle mich gut. Mir ist warm.

Ein paar Minuten später hatte ich den Gedanken, dass es vielleicht besser ist, es beim ersten mal nicht zu übertreiben. Ich möchte nicht, dass meine Meditation bei den Sicherheitswächtern oder Polizisten in schlechter Erinnerung bleibt, deshalb beschließe ich – nach zirka 10 Minuten – wieder zu gehen.

Ich stehe also auf und packe meine Tasche. Ein Polizist, der sich auf meine Seite des Zauns getraut hat, spricht mich an und fragt mich nach meinem Ausweis. Ich gebe ihm meinen Führerschein, und während er meine Daten aufnimmt, bedanke ich mich bei ihm und sage: „Ich bin sehr froh, dass man in Österreich noch vor der US Botschaft für den Frieden meditieren darf.“

How dare you do this to Bradley Manning?

Polizist: „Fotografieren dürfen Sie hier aus Sicherheitsgründen nicht, weil das hier Botschaftsgelände ist. Aber hier sitzen ist nicht verboten, zumal Sie ja auch einen guten Grund haben.“

Ich: „Ja. Folter ist nicht okay, auch wenn es die Amerikaner machen.“

Polizist: „Ja, Menschenrechte gelten überall.“

Ich schüttle ihm die Hand und verabschiede mich.

Freedom of Information?

3. Dezember 2010

Something changed very drastically in the last couple of days. Who knew, that Wikileaks will cause the Americans to finally lose their First Amendment rights completely. From now on a call from Sen. Lieberman seems to be sufficient for a company (like Amazon and EveryDNS) to stop their service for any customer. http://wikileaks.org/ is gone. Welcome to http://wikileaks.eu/ http://wikileaks.at http://wikileaks.de/ http://wikileaks.nl/ and http://wikileaks.fi/

Does the US government  honestly think, it can shutdown a website, which is specialized in leaking information? To read about the latest developments on Wikileaks, I recommend http://wlcentral.org

On the other hand Pakistan and Russia of all places seem to loose their censorship grip. What’s next? The great firewall of USA blocks Americans from accessing http://wikileaks.cn/? Does it make sense, that a democratically elected government blocks its electorate from reading what their own diplomats wrote, while the rest of the world still has access?

I got suspended from digg

31. Oktober 2010

Does reality really have a liberal bias? I don’t know, but I can show you, what methods are used to prevent this bias to surface. This image had been my last submission to digg, before they removed my account without any comment and deleted all my submissions to this site. Here you go:

This is just a screen-shot of this page and the question „Why?“ painted on top of it. Is it because they feel it is bad publicity for them, or because it exposes major manipulation on their part? You can judge yourself, whether this video deserves to be suppressed.

Here are some screen-shots from comments I (digg username raphae1) made before they erased those pages. If you can find further traces of my previous existence or experienced something similar, please comment.

Where is the 1st amendment, when your opinion can get erased virtually in a second? Why is it, that we rarely can see something like this on TV?

screenshot of Rally4Sanity livestream

screenshot of Rally4Sanity livestream

Where did the American dream got lost? Where is your sanity? How can you ignore, that your former president ordered torture? How can you have an almost complete media blackout on the largest intelligence leak in history of war? We have to stop this once and for all. And together we can do it!

WordPress, please don’t suspend this blog too.

Update:

Thank you Ruckus42 for testing the integrity of Digg. If you still have a digg account, please digg his diggs.

Something Fishy At Google

29. Oktober 2010

Quelle: Google trends

The only news report link is from The Sydney Morning Herald dated October 23, 2010. That can’t be right.

Update:

Here is an interesting statistic from bit.ly:

I mean honestly, why should Morocco and Norway be more interested in Wikileaks, than the citizens of the United States?

Decapitation as an Act of Revenge

28. Oktober 2010

Here is another shocking military report. This one is not related to the policeman killed, but allows another glimpse into the cruelty of war. A US SWAT commander decapitated a prisoner because of „personal grievances“.

Tracking Number: 20090526000038SKC

  • WHO: Major (%%% SWAT Commander)
  • WHAT: Allegedly transferred a Haditha SWAT prisoner to facilitate %%%. (MNC- )
  • WHERE: %%%, Hadithah district Iraqi Police station
  • WHEN: 26 May 2009
  • WHY: Major (%%% Commander) had personal grievances with the prisoner.
  • Detailed description of event: Mn 25 May 09, Major %%% (SWAT commander) and Col (%%%) told %%% leadership that they were going to deliver two detainees to %%% in the North because there was more incriminating evidence on the two detainees in %%% than in Hadithah. While %%% north, Maj %%% his convoy to pull over and transfer the two detainees to his uncle and four brothers. According to Col, %%% Iraqi Police found one of the detainees decapitated and the other was released by Maj %%% members. Maj %%% currently in Iraqi Police custody.

    Over a year ago Maj %%% relieved as Hadithah SWAT commander due to his alleged involvement in the raping of a female local national. The beheaded detainee is reported to be the brother of the raped female who allegedly killed Maj %%% in retaliation for the raping of his %%%.

Julian Assange starring in Music Video

27. Oktober 2010

Yes, Hugo Farrant alias Robert Foster from Melbourne, VIC, AU, whom you might remember from the other 4 Rap News episodes hosted by the Juice Media, released a new Rap News episode titled „Rap News vs News World Order (The war on journalism)“ today. As with the previous episode Robert Foster hits the nail on its head in so many aspects.